Weinlexikon
Abgang : Bezeichnung für den Eindruck, den der Wein beim Schlucken hinterlässt. Konsumweine besitzen keinen Abgang. ==> Caudalie
Abziehen/Abstechen/Abstich: Der Wein wird von einem Fass auf ein anderes umgefüllt, um den Bodensatz vom Wein zu trennen.
adstringierend : Bezeichnung von Weinen mit hohem Tanningehalt, die beim Verkosten ein zusammenziehendes Gefühl im Mund verursachen. Viele exquisite Rotweine tun dies in ihrer Jugend. Wenn sie dabei nicht mager erscheinen, sondern über Frucht und einen guten Körper verfügen, ist dies ein Hinweis auf eine lange Lagerfähigkeit und eine dabei zu erwartende hervorragende Reifeentwicklung, während sich das Tannin abbaut und der Wein zunehmend weicher und ausgeglichener wird.
aggressiv : Weine, die wegen ihres hohen Säuregehaltes oder/und Alkoholgehaltes einen harten Geschmackseindruck hinterlassen. ==> hart
Allier : Französisches Departement in Mittelfrankreich nördlich der Auvergne; dort gewachsenes Eichenholz ist für den Fassbau sehr begehrt, da es dem Fassinhalt eine besondere Würze verleiht. ==> Barrique, Eichenholz
altern von Wein : Jeder Wein verändert sich mit zunehmendem Alter, doch über die damit verbundenen Fragen, über den Grad der Veränderung, über Charakter, Qualität, Lagerfähigkeit, Entwicklungsdauer und andere Faktoren herrscht vielfach Unklarheit. Von entscheidender Bedeutung sind Boden, Rebsorte, Vinifikation und Weinausbau. Jeder bessere Wein verfügt ähnlich dem Menschen über verschiedene Lebensalter - seine Jugend, seine Reife und sein Alter.
Bei großen Rotweinen, gleich ob aus Frankreich, Italien oder Spanien, versteht sich diese Geduld und der Zwang zur Lagerung für den Weintrinker von selbst. Altern von Wein ist ein Kennzeichen von Weinkultur, die ja nicht nach dem müden, faden oder firnen Wein strebt, sondern die es vermag, dem Wein seine notwendige Zeit zur Reifung zu geben, um ihn dann auf seinem geschmacklichen Höhepunkt zu genießen. Das Altern von Wein ist mit Maß und Verstand angewandt, das Gebot jeder Weinkultur. Es ist schade um jede Flasche Wein, die vor ihrer Zeit getrunken wird.
Appellation (d'Origine) contrôlée : Kontrollierte Ursprungsbezeichnung französischer Weine. Zur Zeit gibt es in Frankreich rund 390 A.O.C.-Weine, die rund 50% der französischen Weinbaufläche einnehmen, aufgrund der strengeren Bestimmungen jedoch nur knapp 40-45% der französischen Weinerzeugung ausmachen. Nahezu alle bedeutenden französischen Weine kommen mit einer Appellation contrôlée in den Handel. Verglichen mit den Bestimmungen anderer Länder scheint das französische System für sich zu haben, dass es der Erzeugung von Spitzenweinen weniger hinderlich entgegensteht.
Apfelmilchsäurewandlung : Nachdem die alkoholische Gärung den Zucker in Alkohol umgewandelt hat, wird durch bakteriellen Säureabbau die aggressive Apfelsäure in die milde Milchsäure umgewandelt. Dies entspricht einem natürlichen Säureabbau, der in der Verkostung spürbar ist.
Assemblage (»Verschnitt«) : das Ergebnis eines Assemblages (Verschnittes) mehrerer Rebsorten. Dies verleiht Weinen oft ein hervorragendes Gleichgewicht.
Aroma : Im Gegensatz zum Bukett ist das Aroma eines Weines ausgeprägter und leichter feststellbar, insbesondere bei jungen Weinen. Etliche Rebsorten sind an ihrem Aroma zu erkennen, z.B. Pfirsich-Aroma beim Riesling. Sehr trockene Weine haben etwas weniger Duft, da der Zucker wie auch beim Obst ein Aromaträger ist. Je älter der Wein wird, um so mehr schwindet das Aroma und an seine Stelle tritt das Bukett.
aromatisch : Ein aufgrund seiner Rebsorten mit einer Fülle von Duft- und Geschmacksstoffen versehener, angenehm wirkender Wein.
artig : Bezeichnung für einen gefälligen Wein, der die Art seiner Rebsorte und Herkunft klar zum Ausdruck bringt.
atmen : Weine können durch die Reaktion mit Sauerstoff, das Aroma bzw. Bukett, insbesondere in einem weingerechten Glas oder durch Dekantieren, profitieren. Junge Rotweine, die vor ihrem Höhepunkt auf den Tisch kommen, verlieren dadurch an Biss und trinken sich angenehmer. Große Weine entfalten ihr Bukett langsam und sollten nach dem Entkorken mindestens 10 bis 20 Minuten in der Flasche atmen, bevor sie ihr Bukett im Glas weiter entfalten. Wann das Bukett bzw. Aroma durch die Reaktion mit Sauerstoff nachlässt ist umstritten und von Wein zu Wein verschieden, 4 bis 5 Stunden sind in jedem Falle unbedenklich.
Attacke : Der Geschmackseindruck der ersten Sekunde in der Mundhöhle. Je nach Wein kann der Eindruck stark oder schwach ausgeprägt sein.
Ausbau : Der Wein wird für die Reifung in Holzfässern, Edelstahltanks oder anderen Behältnissen für die bessere Trinkreife abgefüllt.
Ausgewogenheit : Ein gutes Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Charakteristika eines Weines, z.B. Frucht, Süße, Säure, Gerbstoffgehalt und Alkoholstärke.
Auslese : Eine Stufe der Qualitätsweine mit Prädikat im deutschen Güteklassifizierungssystem. Eine Auslese ist aus ausgelesenen Trauben eines einzelnen Anbaugebietes bereitet. Eine mehrjährige Flaschenreife lohnt sich.
b
Balthasar : Diese Weinflasche hat 12 Liter Inhalt. Das entspricht 16 Normalflaschen á 0,75 Liter.
Barrique : Eichenholzfass; in Bordeaux fasst es 225 Liter.
Barriqueton : Bezeichnet einen feinen Holzgeschmack, der auf dem Ausbau in Holzfässern beruht.
Beerenauslese : Eine Stufe des QmP-Weins; süßer und teurer als Auslese, weil er aus ausgewählten Beeren mit höchsten Reifegrad bereitet wird. Dieser Wein ist lange haltbar.
bitter : Eine Geschmackseigenschaft die mehrere Ursachen haben kann und unterschiedlich zu bewerten ist. Nicht als Qualitätsmerkmal zu bewerten ist eine bittere Geschmacksnote in extrem trockenen Jahren oder bei unsachgemäßer Kellerbehandlung. Als Qualitätsindiz dient bei jungen, trockenen Rot- und Weißweinen ein angenehmer Bittermandelton als Ausdruck komplexer Inhaltsstoffe. Durch Altern verliert sich diese Geschmacksnote wieder.
Blanc de Blancs : Nur aus weißen Trauben des Chardonnay gekelterten Champagner.
Blanc de Noirs : Der Champagner, der aus den blauen Trauben Pinot noir und/oder Pinot Meunier weiß gekeltert wird.
blumig : Gute Weine weisen oft eine große Zahl von Aromastoffen auf, die man beim Öffnen der Flasche und insbesondere durch Schwenken des Weins in einem entsprechenden Glas feststellt. Alle diese sind durchweg sehr angenehm, und wenn sie nur leicht vorhanden sind, bezeichnet man derartige Weine als duftig, wenn sie stärker ausgebildet sind als blumig. Sollten sie zu aufdringlich wirken, spricht man von einem parfümierten Wein.
Bodega : Spanische Bezeichnung für Weinkeller, Weinkellerei und Weinschenke.
Bodengeschmack : Bezeichnung für einen besonderen Geschmackston eines Weins - französisch goût de terroir -, der vom Standort der Reben und vom Boden des Weinbergs herrührt. Der Wein erhält seine besondere Geschmacksnote, aufgrund von Lage und Boden.
Böckser : Ein unspezifischer Ausdruck für Geruchs- oder Geschmacksfehler im Wein. Dabei wird unterschieden zwischen bleibenden Weinfehlern, wie Essigstich, Milchsäurestich, und vorübergehenden Unsauberkeiten, wie etwa Hefe- oder Schwefelwasserstoffböckser, Muffton, die verschwinden, wenn der Wein Luft bekommt.
Bontemps : Der Begriff stammt aus dem Médoc: Kleiner runder Behälter aus Holz, in dem die Eiweiße zur Schönung des Weines im Fass geschlagen werden.
Botrytiston : Weine mit feiner Süße von edelfaulen Beeren.
brandig : Ausdruck für zu aufdringlichen Alkoholgeschmack, der im Wein stets unerwünscht ist.
brut : Sehr trocken; meist nur für Schaumwein, Sekt und Champagner gebräuchlich.
Bukett : Als Bukett bezeichnet man die Gesamtheit verschiedenartiger reizvoller und angenehmer Düfte, die ein guter, reifer Wein durch den Kontakt mit Sauerstoff ausströmt. Am Bukett lassen sich Herkunft, Rebsorte, ungefähres Alter, Art und Qualität eines Weins feststellen. Durch die langsame Oxydation bestimmter Bestandteile des Weins (Alkohol, Polyphenole) entstehen Ester, die das Bukett vornehmlich verursachen. Man braucht kein Experte sein, um das Bukett eines feinen Weines erkennen zu können und schätzen zu lernen.
Butt : Sherry- oder Whiskyfass
c
Caudalie : Französische Maßeinheit für die Dauer des Nachgeschmacks. Abgeleitet vom Lateinischen cauda = Schweif. Ein Caudalie entspricht einer Sekunde Nachgeschmack. Ein großer Wein kann zwanzig Sekunden oder länger im Atem spürbar bleiben.
Cava : Spanischer Schaumwein
Cave : Ein unterirdischer Weinkeller in Frankreich, auch Kellerei genannt.
Cépage : Französisch für Rebsorte.
Chai : Fasslagergebäude eines französischen Weingutes, insbesondere in den Châteaux des Bordelais.
chambrer : Französisch für Wein auf Zimmertemperatur bringen. Da der Begriff lange vor der Zentralheizung geprägt wurde, sind damit etwa 15°C gemeint.
Champagnermethode : Die méthode champenoise, ist eine geschützte Bezeichnung für die Flaschengärung beim Champagner. Andere Schaumweine müssen nach EU-Recht die Bezeichnung méthode traditionelle oder méthode classique verwenden.
Chaptalisation : Französischer Begriff für die Anreicherung mit der gesetzlich erlaubten Menge Zucker während der Gärung, dient dem Anheben des Alkoholgehaltes eines Weines.
Charakter : Positiver Begriff für die Eigenständigkeit und Individualität eines Weines.
Charmat - Methode : Herstellung von Schaumwein in großen Druckbehältern aus Edelstahl, in denen der Wein statt in der Flasche zweitvergoren wird.
classico : Italienisch für klassisch. Bezeichnet den Kern eines DOC-Gebietes. Bei Schaumwein ist »Metodo classico« die zulässige Bezeichnung für das Champagnerverfahren.
Climat : In Burgund gebräuchlicher Begriff für Lage.
Clos : Ein Weinberg, der mit einer Hecke oder Mauer umgrenzt ist, wie etwa der Clos de Vougeot. Heute wird diese Bezeichnung etwas großzügiger angewandt, darf aber im Zusammenhang mit dem Namen eines Weins nur auf dem Etikett stehen, wenn ein Clos oder eingefriedeter Weinberg tatsächlich existiert und der betreffende Wein von ihm stammt.
Crémant : Ein Schaumwein mit weniger Kohlensäure als ein Champagner hat, vor allem aus dem Elsaß, von der Loire und aus dem Burgund.
Cru : Französischer Ausdruck für Wachstum oder Gewächs. Einer der Kernbegriffe der französischen Weinphilosophie. Cru bezeichnet die Lage und den von ihr stammenden Wein, unabhängig von den Schwankungen der Jahrgänge. Eine allgemeine Einordnung der Qualität in der Lage, den Böden und den klimatischen Bedingungen. Klassifizierungen des Crus werden in einigen französischen Weinbaugebieten (Elsaß, Burgund, Provence, Champagne) besonders hervorgehoben. Man kennt dort Einstufungen wie cru classé, grand cru, premier cru u.a. In Bordeaux ist cru noch umfassender: Der individuelle Besitz von Rebfläche und zugehörigem Weingut sowie den dort erzeugten, ausgebauten und dem Verkauf zugeführten Wein.
Auch in Italien setzt sich der Begriff cru für Weine gehobener Qualität aus fest umrissenen, besonderen Lagen durch.
Cru bourgeois : Die Einstufung als cru bourgeois setzt voraus, dass das Gut Mitglied des Syndikats ist. Auf diese Weise gibt es gegenwärtig im Médoc 306 crus bourgeois, die zusammen über eine Fläche von 7000 ha, entsprechend rund 50% der Ertragsfläche des Médoc, verfügen.
Nach den crus classés auf einem durchaus ehrenhaften zweiten Platz eingestuft, erzeugen diese Bourgeois-Güter Weine, die jenen als 5e cru classé eingestuften Gewächsen oftmals in nichts nachstehen.
Cru classé : Qualitätseinstufung (cru) der meisten Spitzenweine im Bordeaux-Gebiet. Die Spitzengewächse sind in Médoc in fünf crus classés eingeteilt, obwohl unterhalb der ersten Stufe auf dem Etikett meist nur grand cru classé steht: Premiers crus classés, Deuxièmes (2es) crus classés, Troisièmes (3es) crus classés, Quatrièmes (4es) crus classés und Cinquièmes (5es) crus classés. Die Spitzengewächse aus Sauternes und Barsac werden unterschieden in Premier cru classé supérieur, Premiers crus classés und Deuxièmes crus classés. In Saint-Emilion wird in Premiers crus classés und Grands crus classés unterschieden. Im Gebiet Graves ist offiziell nur die Kategorie Crus classés bekannt. Für die übrigen Bordeaux-Bereiche gibt es keine offizielle Klassifizierung.
Burgund und andere französische Weinbaugebiete unterscheiden Grands crus und Premiers crus, wobei es sich in Burgund um Lagen, in der Champagne um Orte handelt.
Cuveé : Französische Bezeichnung für einen Posten Verschnittwein.
d
degorieren : Teil des Champagnerverfahrens; nach einer bestimmten Zeit wird die Flasche geöffnet und das aus abgestorbenen Hefezellen bestehende Depot entfernt.
dekantieren : Zwei Gründe können das Umgießen eines Weines aus der Flasche in eine Karaffe erforderlich machen. Der erste Grund ist die Trennung des klaren Weins von dem in der Flasche gebildeten Depot. Die im Niederschlag des Depots enthaltenen Bitterstoffe werden beim Einschenken aufgerüttelt und gelangen so ins Glas. Der Weingenuss leidet. Depotreiche Rotweine sollten vor dem Servieren dekantiert werden, indem man sie behutsam und gegen Kerzenlicht in eine Karaffe umgießt. Diese Methode ist nur bei Rotweinen erforderlich, da Weißweine kein Depot aus Schwebeteilchen bilden. Die etwaige Ausfällung von Weinstein erfordert kein Dekantieren.
Ein zweiter Grund für ein Dekantieren, betrifft junge Weine, deren Tannine sich vor dem Genuss durch eine erhöhte Berührung mit Sauerstoff mildern sollten, um sie weniger aggressiv erscheinen zu lassen. Bei einer Reihe zumal tanninreicher, italienischer Rotweine, und seltener bei einigen Bordeauxweinen empfiehlt sich ein Dekantieren. Sogar einige noch junge und unfertige Weißweine können vom Umgießen profitieren. Es gibt jedoch noch alte Rotweine, die man trotz ihres Depots lieber nicht dekantieren sollte, da ihre fragilen Tannine der forcierten Sauerstoffzufuhr eventuell nicht standhalten. Dies ist jedoch keine Frage des Alters, sondern der Grundkonstitution des betreffenden Weins.
demi-sec : Französisch für halbtrocken. Eher für liebliche Schaumweine gebräuchlich.
Depot : In hochwertigen Weinen mit langer Flaschenreife bildet sich ein mehr oder weniger starker Niederschlag oder Bodensatz, durch chemische Veränderungen, die zu einer Steigerung von Komplexität, Charakter und Bukett beitragen. Derartige Weine sollten mit äußerster Sorgfalt eingeschenkt oder dekantiert werden.
dick : Ein körper- und extraktreicher Wein, unter Umständen auch mit zu viel Restzucker oder Alkohol ausgestattet, dem es an Feinheit und Struktur fehlt. Die nächste Stufe der Negativskala wäre plump.
DO : Denominacitión de Origen. Kontrollierte Herkunftsbezeichnung für spanische Weine.
DOC : Denominazione di origine controllata. Kontrollierte Ursprungsbezeichnung italienischer Qualitätsweine. In der Praxis mehr ein Kontrollsystem als eine Qualitätsgarantie. Zwar gibt es heute über 240 italienische Weine mit eigenem DOC-Status, doch hat man 1980 nach Weinskandalen und anderen Unzulänglichkeiten noch ein zusätzliches, angeblich noch »garantierteres« System, DOCG, geschaffen.
DOCG : Denominazione di origine controllata e garantita. Steht für die höchste Stufe des italienischen DOC-Systems. Inzwischen gilt DOCG für 13 Weine. Zusammen kommen diese Qualitätsweine für rund 14 % der italienischen Weinernte auf. Viel schneller als die Zahl der DOC-Weine steigt in Italien die Zahl der Spitzenweine, die außerhalb dieses gesetzlich definierten Rahmens erzeugt und als Tafelwein auf den Markt gebracht werden. Gegenüber dem französischem AOC-System, das durchaus als Qualitätsgarantie aufzufassen ist, ist das DOC lediglich ein Kontrollsystem.
Domaine : In Burgund gebräuchliche Bezeichnung für ein Weingut.
Dosage : Dem Schaumwein wird Most, Wein, Zucker oder eine Mischung daraus, auch süßer Brandwein zum Auffüllen zugegeben. Dies geschieht nach dem Degorieren zur Abrundung des Geschmacks und bestimmt den Süßegrad des Schaumweins.
dünn : Wässriger Wein mit geringem Extraktgehalt, wenig Säure und ohne Körper.
duftig : Bezeichnung für einen Wein mit einem zarten, feinen Duft. Die Steigerung wäre blumig.
dumpf : Eine Geruchsbeschreibung für Weine die an einen schlecht durchlüfteten Keller oder morsches Holz erinnern. Oft lässt sich durch Lüften oder Dekantieren der Fehler beheben. Auch wenn ein Wein nur sehr wenig Geruchseindrücke vermittelt spricht man von dumpf.
e
edel : Nur für besondere Weine, die meist alkoholreich, jedoch immer körperreich und vornehm anmuten.
Edelfäule : Diese vom Schimmelpilz Botrytis cinerea hervorgerufene Form von Fäule bringt das im Traubensaft enthaltende Wasser zum Verdunsten. Dadurch wird eine erhöhte Konzentration des Traubenzuckers und der Geschmacksstoffe erreicht. Unter genau kontrollierten Bedingungen entstehen erstklassige Süßweine wie Monbazillac, Sauternes, Lupinac, Cadillac und ungarischer Tokajer.
ehrlich : Ein nicht sehr bedeutender, jedoch sauberer Wein, der nichts vorgibt, was er nicht einlöst.
Eichenholz : Wein nimmt während der Lagerung mehr oder weniger stark den Duft und Geschmack des Eichenfasses, in dem er gelagert wird, an. Manche Erzeuger wählen bewusst eine besondere Eichenholznuance, um dem Wein eine besondere Note zu verleihen. ==> Allier, Limousin, Tronçais.
einfach : Weine ohne tiefere Duft- oder Geschmackssensationen. ==> z.B. Konsumwein
Eiswein : Weißwein, dessen Trauben bei starkem Frost, mindestens minus 8 Grad Celsius, gelesen und in gefrorenem Zustand gepresst worden sind. Zucker und Säure sind im Eiswein hochkonzentriert. In Deutschland muss ein Eiswein mindestens die Qualität einer Beerenauslese haben. ==> Beerenauslese
elegant : Bezeichnet im Wein - wie in der Modewelt - eine unverkennbare, aber nicht näher definierbare Eigenschaft.
entrappen : Entstielen der Trauben vor dem Maischen
erdig : Beschreibt eine Boden- und Klimaart, die dem Wein verschiedene Nuancen des Geruchs feuchter Erde verleihen.
Erstwein/Zweitwein : Aus Qualitätsbewusstsein führt der Winzer eine EigenschaftenSelektion je nach Alter der Reben und nach Terroir durch, um einen großen Wein mit hohem Lagerungspotential (Erstwein) und einen Zweitwein, der früher trinkfertig ist, zu erhalten.
Essigstich : Bleibt ein Wein ungeschützt dem Luftsauerstoff längere Zeit ausgesetzt, entsteht durch bakterielle Tätigkeit Essigsäure, die einen unterschiedlich starken Essiggeruch und -geschmack verursacht.
Extrakt : Gesamtheit der nicht-flüchtigen Stoffe im Wein, zum Beispiel Zucker, nichtflüchtige Säuren, Glyzerin, Mineralsalze, Stickstoffverbindungen und Polyphenole. Gilt als wichtiger Indikator für Körperreichtum und als Qualitätskriterium.
f
Farbe : Die Farbe eines Weins wird im Glas am besten vor einer weißen Fläche wie eine Tischdecke oder Wand beurteilt. Sie gibt unter anderem Aufschluss über das Alter des Weins.
fein : Ein Wein kann als fein bezeichnet werden, wenn er weder schwer noch üppig und weder wuchtig noch süffig ist. Ausgeglichenheit und eine erkennbare Eleganz sind Idizien für einen feinen Wein. Wenn diese Feinheit noch deutlicher hervortritt, spricht man von Finesse.
Fass : Hölzernes Gebinde zur Lagerung von Wein und Spirituosen. Bei den besseren Weinen ein wichtiges Glied in der Reifungs- und Stabilisierungskette. Neuere Weinfässer werden für Weine der oberen Preisklasse verwendet, um sie mit Eichenholzaroma auszustatten. Ein Sherryfass heißt Butt, ein Portweinfass Pipe, das klassische Weinfass heißt Barrique. Früher bauten viele Weingüter ihre eigenen Fässer, heute liegt der Fassbau in den Händen von fünf bis sechs französischen Spezialisten.
Fattoria : italienisch für Weingut, landwirtschaftlicher Betrieb.
Federweisser : Teilvergorener, milchig-trüber Wein mit mehr oder minder hoher Restsüße, schon kurz nach der Lese geht er in den Verkauf. In Österreich wird er Sturm, in der Schweiz Sauser genannt.
fest : Wein mit Körper, Nerv, Herz und Großzügigkeit, der auch im Säuregrad genau richtig liegt.
fett : Bezieht sich auf die Zähflüssigkeit eines Weines und beschreibt eine ölige, buttrige Konsistenz. Oft treffend bei schweren Weinen des südfranzösischen Midis wie einem Corbières oder bei rebsortenreinen Chardonnay-Weinen.
Finesse : Ein Wein mit Finesse verfügt über Subtilität und Vornehmheit. Wörtlich bedeutet Finesse Feinheit.
firn : Jener Ton, den überlagerte Weine im Altern annehmen. Wann dies geschieht, ist abhängig von Art, Charakter, Herkunft und Qualität des Weins, seinen Rebsorten, der Vinifikations- und Ausbauart und schließlich von der Lagerung. Manche Weine zeigen nach mehr als 100 Jahren nicht die geringste Spur einer Firne, bei anderen macht sie sich nach wenigen Jahren bemerkbar.
Flaschengärung : Eine zweite Gärung in die Flasche bei der Champagnerherstellung. Ein Gemisch aus Wein, Zucker und Hefe wird zugegeben. Die Hefe vergärt den Zucker. Dabei entsteht zusätzlicher Alkohol und Kohlendioxyd. Dieses Gas kann nicht entweichen, da die Flasche mit einem Kronkorken verschlossen ist. Es bleibt als Kohlensäure im Wein gelöst.
Flûte : Französisch Flöte - hohes, schlankes, spitz zulaufendes Sektglas.
frais : Französisch für frisch, kühl.
frappé : Französisch für sehr kalt, eisgekühlt.
frisch : Sehr treffend ist diese geschmackliche Einordnung z.B. für französische Primeurs, portugiesischen Vinho Verde oder den einen oder anderen Riesling.
Frizzante : Einen leicht perlenden Schaumwein aus Italien, der in der Flasche nur teilweise vergoren ist oder dem Kohlensäure zugesetzt wurde. Am bekanntesten sind Prosecco und Moscato d'Asti frizzante.
fruchtig : Im engeren Sinne: nach der Traube schmeckend; der Begriff wird im Weiteren auch auf andere an Früchte erinnernde Geschmackstöne angewendet.
Fuder : Tausendliterfass an der Mosel.
fumé : Französisch für rauchig - Bezeichnung für das Aroma junger Weine der Sauvignon-blanc-Traube, zum Beispiel Pouilly Fumé.
Fût : Französisch für Fass
g
Gärbehälter : Für das Vergären von Wein sind heute Behälter aus Holz, Beton, Edelstahl oder emailliertem Stahl gebräuchlich.
Garrafeira : Portugiesischer Begriff für einen ausgesuchten, langgereifen Wein.
Gärung : Die Umsetzung von Traubenmost in Wein durch die Wirkung bestimmter im Most vorhandener Hefen, die Traubenzucker in Alkohol verwandeln.
gazéidié : Französischer Ausdruck für »mit Kohlensäure versetzt.«.
gefällig : Bezeichnung eines freundlichen, angenehmen Weins, ohne besondere Höhepunkte, Finesse oder ausgeprägten Charakter. Ansprechend aber nicht aufregend.
Geläger : Trübstoffe, die nach dem Abziehen des Weines im Fass als Bodensatz zurückbleiben.
geschmeidig : Ein Wein der eine einen weichen bis sanften Geschmackseindruck hinterlässt.
geschliffen : Ein Wein der zwar kellertechnisch perfekt ist, aber langweilig schmeckt.
gespritet : Bei der Erzeugung zusätzlich mit Alkohol angereichert.
Glas : Für die zuverlässige Beurteilung eines Weins sind weingerechte Gläser unverzichtbar. Generell sollte es sich um einen kristallklaren und tulpenförmigen Kelch von mindestens 0,2 l Rauminhalt mit einem Stiel handeln. Größe und Form des Kelches sind für die Entfaltung des Buketts unerlässlich, das in einem V-förmigen Glas entweichen und zudem kein Schwenken des Weins im Glas zur Entfaltung des Buketts erlauben würde. Ältere Weine entwickeln ihr Bukett besser, wenn der Glaskörper größer ist. Klar sollte das Glas deswegen sein, damit die Farbe des Weins, seine Nuancen und Farbschattierungen - gegen einen weißen Hintergrund betrachtet - deutlich erkennbar werden. Das Glas am Stiel zu halten, vermeidet eine Erwärmung des Weins durch die Handtemperatur. Im einzelnen haben sich für verschiedene Weinarten und -alter unterschiedliche Kelchformen und -größen herausgebildet, die immer dann sinnvoll und berechtigt sind, wenn sie die Beurteilung und Probe eines Weins fördern.
Grand Vin : Bezeichnet in Bordeaux den Hauptwein eines Château gegenüber dem Zweitwein.
Gran Reserva : Ein spanischer Rotwein, der sechs Jahre im Keller gereift ist, davon mindestens zwei Jahre im Holzfass.
groß : Große Weine gleichen großen Werken der Kunst und sind entsprechend rar. Es handelt sich um ein Attribut, das man nur in Ausnahmefällen auf einen Wein anwenden wird. Doch dann bezeichnet es einen Wein von geradezu perfekter Harmonie, von einem feinen Bukett, großartiger Balance von Körper, Tiefe und Struktur, versehen mit viel Eleganz und einem nachhaltigen Abgang, einem Wein, wie man ihm nur selten begegnet.
grün : Ein Wein, der unreife Säure in sich trägt und auch danach schmeckt. Lässt auf unreifes Lesegut schließen.
h
Halbstück: Eine Bezeichnung für Holzfässer, das 600 Liter im Rheingau oder 500 Liter an der Mosel beinhaltet.
Harmonie : Das wünschenswerte Gleichgewicht aller Eigenschaften.
hart : Bezeichnung für einen Wein ohne Charme, dem es an Feinheit fehlt. Dennoch muss es sich dabei nicht um einen Fehler handeln. Junge Weine von der Saar, aus Chablis, Bordeaux u.a. können in ihrer Jugend hart sein, jedoch entwickeln sie sich durch Altern oft hervorragend.
Hefe : Am Gärvorgang beteiligte Mikroorganismen. Wilde Hefen kommen von Natur aus auf den Traubenschalen vor; moderne Weinerzeuger, abgesehen von den Besten, verwenden meistens jedoch Kulturhefen.
herb : Tanninreiche Rotweine und säurereiche Weißweine haben diese Geschmackseigenschaft. Beides lässt sich durch Altern mildern.
Heuriger : In Österreich gebräuchliche Bezeichnung für Winzerlokale, in denen eigener Wein ausgeschenkt wird und die Bezeichnung für den jungen Wein in Österreich.
hohl : Geschmacksleer, wenig Körper auffallend kurz im Geschmack.
i
Impériale : Eine übergroße Bordeauxflasche mit 5,6 l Fassungsvermögen. Manchmal dient Sie zur Lagerung besonders feiner Weine.
j
Jahrgang : Falls auf dem Etikett eine Jahreszahl angegeben ist, muss der betreffende Wein in diesem Jahr gekeltert und gelesen worden sein.
Jeroboam : Große Champagnerflasche mit dem Inhalt von vier Normalflaschen.
Jung : Als jung bezeichnet man einen Wein, der seinen Höhepunkt noch nicht erreicht hat und der durch Altern seine Qualität noch erheblich verbessert. Wie lange diese Phase der Jugendlichkeit beim Wein dauert, hängt von seiner Herkunft, seinen Rebsorten, seinem Jahrgang und seiner Lagerung ab.
k
Kabinett : Erste Stufe bzw. unterste Stufe der Qualitätsweine mit Prädikat im deutschen Güteklassifizierungssystem. Kabinettweine sind leichter und preiswerter als QmP-Weine der Stufen Spätlese, Auslese usw.
keltern : Der Trester/Bodensatz wird gekeltert/gepresst, um den Presswein zu ergeben.
Kindermord : Weinjargon für das Trinken eines Weines vor seiner optimalen Reife.
Kirchenfenster : Die an der Wand eines Weinglases nach dem Schwenken des Inhaltes langsam herablaufenden Tropfen. Ausgeprägte Kirchenfenster lassen auf einen extraktreichen Wein schließen.
körperreich : Bezeichnung für einen Wein mit hohem Extraktgehalt, der gewichtig und substanzreich schmeckt.
Kohlensäuremazeration : Eine Methode, um Farbe und Frucht zu intensivieren. Ungepresste, ganze Trauben werden unter Sauerstoffabschluss mit Kohlensäure enzymatisch vergoren. Typisch ist die Kohlensäuremazeration für den Beaujolais.
Konsumwein : einfacher anspruchsloser Alltagswein
korkeln : Korkgeschmack, der Wein ungenießbar macht. Er entsteht durch Mikroorganismen, die schon am Baum in der Korkrinde sitzen. Durch Waschen und Bleichen des Korkens entstehen Chlorverbindungen die mit den Mikroorganismen reagieren. Das Endprodukt Trichloranisol verursacht den Korkton im Wein.
Korken : Der aus Rinde der Korkeiche gewonnene Korken passt sich ideal dem Hals der Weinflasche an, verhindert das Auslaufen des Weins und erlaubt zugleich jene minimale Oxydation, welche die Reifung des Weins erst möglich macht.
Korkenzieher : In seiner einfachsten Form ist es ein schlichtes, gezogenes Stahlgewinde, das an irgendeiner Art von Griff befestigt ist. Der wichtigste Bestandteil eines Korkenziehers ist sein Gewinde, das nicht einem Bohrer ähneln darf, sondern die Form einer offenen Spirale haben sollte, durch deren »Seele« ein Streichholz passt.
Korkspiegel : Untere Fläche des Korkens, die vom Wein umspült wird.
krank : Einen Wein, der sich zeitweise nicht in seinem gewohnten Geschmacksbild präsentiert, bezeichnet man als krank. Diese Eigenschaft kann durch Abfüllung, Transport o.ä. hervorgerufen sein und verliert sich nach einigen Wochen wieder. Man sollte daher frisch gefüllten oder transportierten Weinen eine Erholungsphase gönnen. Neben dieser vergleichsweise harmlosen Erscheinung kann ein Wein durch Bakterien oder Pilze krank sein. Derartige Weine weisen eine Trübung und einen ungewohnten und unangenehmen Geruch und Geschmack auf. Diese Veränderungen führen zur Ungenießbarkeit.
krautig : Ein Geruch der an grüne Pflanzen oder frisch gemähtes Gras erinnert.
kurz : Bezeichnet einen Wein ohne rechten Abgang.
l
Landwein : In der Regel ist er ein einfacher, süffiger, mehr oder minder trockener Wein. Nach dem Europäischen Weingesetz muss Landwein einen höheren Mindestalkoholgehalt aufweisen als Tafelwein, unterliegt aber nicht den strengen Anforderungen der Qualitätsweine.
lang : Bezeichnet einen Wein mit anhaltendem Abgang.
lebendig : Weine, die nicht allzu schwer sind und deren Säure oft nach vielen Jahren inspirierrend wirkt.
leer : Wein mit dünner Mitteilung, der wenig Geruch und Geschmack hat.
leicht : Arm an Alkohol oder - allgemeiner - an Körper. Bei bestimmten Weinsorten kann es aber durchaus als Kompliment verstanden werden. Beispielweise bei einem Vinho Verde oder einem Kabinett von der Mosel.
Liebfrauenmilch : Deutscher Qualitätswein, der aus den Anbaugebieten Pfalz, Rheinhessen, Nahe und Rheingau stammen darf und einem gesetzlich festgelegten Restzucker- und Säuregehalt aufweist. Er wird überwiegend aus den Sorten Riesling, Müller-Thurgau, Silvaner und Kerner hergestellt und wird hauptsächlich exportiert.
lieblich : Liebliche Weine sind nicht vollständig durchgegoren und haben einen erhöhten Restzuckergehalt gegenüber halbtrockenen Weinen. Eine Geschmackliche Einordnung oberhalb von halbtrocken und unterhalb von liquoreux.
Limousin : Gegend im nördlichen Mittelfrankreich, wo Eichen mit für den Fassbau vorteilhaften Holzaroma wachsen.
liquoreux : Ausdruck für einen süßen oft alkoholreichen Wein. Klassische Beispiele sind der Monbazillac, Sauternes und der ungarische Tokajer.
m
maderisiert : Ein Weißwein der während der Erzeugung oder Lagerung durch übermäßige Berührung mit Luft braun und flach geworden ist.
Magnum : Flasche mit 1,5 l Inhalt.
Maischegärung : Zeitraum, in dem der Wein in den Gärbottichen verweilt.
maischen : In der Traubenmühle werden die gegebenenfalls entrappten Beeren zu Brei, der sog. Maische gequetscht. Bei Weiß - und den meisten Roséweinen wird die Maische sofort abgepresst, während man zur Rotweinerzeugung den Most an der Maische vergären lässt.
malolaktische Säureumwandlung : Apfelsäure wird durch bakteriellen Säureabbau in Milchsäure und Kohlendioxid umgewandelt. Weil Milchsäure milder ist, wird der Wein insgesamt weicher im Geschmack. Durch das Freisetzen von Kohlendioxid wird fälschlicherweise oft von einer Nachgärung oder Zweiten Gärung gesprochen. Der Vorgang kann durch Erwärmen des neuen Weins gefördert werden.
Mazeration : Farbe und Frucht werden aus Beerenhaut und Fruchtfleisch herausgelöst.
Méthode champenoise : Das in der Champagne entwickelte aufwendige Verfahren zur Herstellung hochwertiger Schaumweine. Der Begriff ist allein für Champagner zulässig. Anderswo muss Méthode champenoise durch die Bezeichnung »klassische Methode« in der jeweiligen Landessprache übersetzt werden.
Methusalem : Kein besonders langlebiger Wein, sondern eine Champagnerflasche mit dem Inhalt von sechs Normalflaschen.
mineralisch : Beschreibt einen Gechmack nach Kiesel, Quarz, Schiefer oder Kalkstein. Rieslinge aus dem Rheingau haben wie auch Moselrieslinge eine typisch mineralische Geschmacksnote.
mild : Bezeichnet einen Wein mit wenig Säure.
Milchsäure : In Rot- und einigen Weißweinen vorhandene milde Säure, entsteht durch die malolaktische Säureumwandlung.
Millésime : französisch für Jahrgang
Mire-Vin : Runder Behälter, in dem man den Wein betrachtet, um seine Farbe und seine Klarheit zu beurteilen.
moelleux : Ein in Frankreich üblicher Ausdruck für weiche, volle Weine; zum Beispiel ein Vouvray. Das deutsche Äquivalent ist lieblich.
mollig : Abgerundete, warme, in der Regel nicht sehr anspruchsvolle Rotweine mit wenig Gerbsäure und viel Charakter nennt man mollig.
Mostgewicht : Es ist Maßeinheit für den Zuckergehalt der Trauben und damit für den potentiellen Alkohol des Weins. In Deutschland in Öchsle, in Österreich in Klosterneuburger Mostwaage, in Italien in Babo, in Frankreich und Australien in Baumé, in Amerika in Brix gemessen.
Mousseux : Allgemeiner Ausdruck für Schaumwein in Frankreich.
müde : Wein der weder Frische noch Kraft besitzt, kann im Gesammteindruck mit müde beschrieben werden.
n
Nase : Weinjargon für Duft, Aroma oder Bukett.
Nebukadnezar : Der Inhalt von zwanzig Champagnerflaschen in einer, der größten Champagnerflasche. Der Name ist vom Eroberer/Zerstörer Jerusalems und Schöpfer der Hängenden Gärten von Babylon geliehen.
nerveux : Ein positiver Begriff, der Finnesse, Festigkeit und Lebendigkeit beinhaltet.
nuancenreich : Wein der auffallend viele Duft- und Geschmacksstoffe enthält. Ein gereiftes Grand Cru aus 
Oechsle : In Deutschland übliche Maßeinheit für das Mostgewicht, d. h. den Zuckergehalt der Traube
Önologie : Wissenschaft der Weinbereitung und des Weinausbaus.
Organoleptische Prüfung : Beurteilung der Wirkung von Aussehen, Geruch und Geschmack eines Weines auf die Sinnesorgane.
oxidiert : Schaler, flacher Geschmack durch übermäßigen Luftkontakt. ==> maderisiert
p
parfümiert : Eine negative Geschmacksbeschreibung für ein übertrieben aufdringliches Aroma.
Passito : Süßer italienischer Dessertwein von Trauben, die nach der Lese kurze Zeit getrocknet wurden.
Pergola : Hohe, in Dachform mit Draht bespannte Holzgerüste, an denen in manchen Gegenden Oberitaliens, Südwestfrankreichs und Nordspaniens die Rebstöcke herangezüchtet werden. Dies schützt die Trauben vor der Sonnenglut. Auch Pergeln genannt.
pfeffrig : Beschreibt eine Duftnote von gemahlenem Pfeffer. Weine von der Côtes du Rhône u.a. haben oft eine Pfeffernote.
Pièce : Fass im Burgund mit einem Inhalt von 228 Litern.
plump : Plump nennt man einen gewöhnlichen, schweren Wein, dem es an Struktur und Differenziertheit fehlt, der über viel Körper verfügt, aber sonst ausdruckslos und uninteressant wirkt. Gewöhnliche Konsumweine aus Mittelspanien müssen sicher nicht, können aber recht plump sein. Auch durchschnittliche Rotweine aus Kalifornien sind häufig plump. Die Beispiele ließen sich leider fortsetzen.
Polyphenole : Sogenannte Phenole, Anthoziane und Tannine, die eine grundlegende Rolle für die Farbe und den Geschmack des Weines spielen. Die Polyphenole haben bewiesener Weise eine günstige Einwirkung auf Herzgefäßkrankheiten.
Pot : Dickbauchige, heute fast nur noch im Beaujolais gebräuchliche Flasche.
Prädikatswein : Nach dem Deutschen Weingesetz werden die Qualitätsweine in solche ohne und solche mit Prädikat unterteilt: Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Trockenbeerenauslese und Eiswein. Prädikatsweine dürfen grundsätzlich nicht mit Zucker angereichert werden. ==> Chaptalisation
Premier Cru : Die Erste der fünf Kategorien, in die Châteaux im Médoc durch die Klassifizierung von 1855 eingestuft wurden. In Burgund bezeichnet Premier cru dagegen die zweithöchste Rangstufe der Weinberglagen, während die oberste Grand cru heißt. ==> Cru
Primeur : Bezeichnung für bestimmte, sehr jung auf den Markt kommende Weine, beispielsweise Beaujolais Nouveau.
Prosecco : Meist leichter, trockener Schaumwein aus weißen Trauben. Weit verbreitet in Venetien (Italien).
q
QbA : Qualitätswein eines bestimmten Anbaugebiets, die zweithöchste Kategorie des deutschen Weins. Er wird aus Lesegut gekeltert, dessen Reifegrad nicht zur Verarbeitung ohne Zuckeranreicherung ausreicht.
Quinta : Bezeichnet ein portugiesisches Weingut.
QmP : Qualitätswein mit Prädikat. Die oberste Kategorie des deutschen Weins wird nur von voll ausgereiften Lesegut ohne Zuckeranreicherung produziert. Sie unterteilt sich in die Stufen Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese und Trockenbeerenauslese.==> Beerenauslese, Trockenbeerenauslese
r
Rasse : Schliff und Eigenart besonders sorgfältig bereiteter Weine aus erstklassiger Lage; ein mit Vorsicht zu gebrauchender Begriff.
rauchig : Geruchsbezeichnung für Aromen die durch Feuer/Hitze/Röstung entstehen. Duftnoten wie, Tabak, Kakao, Kaffee, Holzkohle oder Karamell sind dem Begriff rauchig untergeordnete Beschreibungskriterien. Durch Barriqueausbau lassen sich rauchige Aromen zuwege bringen.
Reberziehung : Aufbinden der Reben mit einem Draht.
Rebsorten : Verschiedene Rebarten. ==> Weinrebe
Récolte: Ernte, Weinlese, Jahrgang.
Refraktometer : Ein Instrument zur Bestimmung des Mostgewichts der Beeren im Weinberg.
Rehabeam : Eine weitere große Champagnerflasche mit biblischem Namen - diese fasst den Inhalt von sechs Normalflaschen.
reif : Ein Wein ist reif, wenn er sich auf der höchsten Stufe seiner Entwicklung befindet. Viele Weißweine bauen bereits nach zwei Jahren wieder ab. Ein italienischer Barolo ist nicht vor 10 Jahren reif. Zum Reifen gehört immer eine sachgemäße Lagerung.
Reserva : span. Bezeichnung für einen Wein, der erst im vierten Jahr nach der Lese in den Handel kommt. ==> Gran Reserva
Restzucker : Unvergorener, im Wein verbliebener Zuckerrest nach der Gärung. Er macht den Wein mehr oder weniger süß. Restzucker darf, in Deutschland in Form von Süßreserve, dem durchgegorenen Wein zugesetzt werden, beim Champagner als Dosage.
Riprasso : Traditionelles, in Italien in Valpolicella gebräuchliches Verfahren, junge Rotweine auf der Maische eines hochwertigeren Weins nachzuvergären, um so den Wein zu verbessern.
Riserva : Italienische Bezeichnung für Wein, der eine vorgeschriebene Zeit ausgebaut wurde. Die Dauer richtet sich nach der jeweiligen DOC . ==> DOC
robust : Beschreibt den Gesamteindruck für einen vollmundigen, aber trotzdem einfachen Wein.
Rotweinwiege : Eine Vorrichtung, in der eine Flasche in fast horizontaler Lage gehalten wird, damit sie ohne Aufrühren des Bodensatzes geöffnet und entleert werden kann; eigentlich nur zum Dekantieren geeignet. die Rotweinwiege erfüllt einen ähnlichen Zweck. ==> dekantieren
Rütteln : Eine von Veuve Clicquot am Anfang des 19. Jahrhunderts erfundene Technik, um das Depot (Hefe) in Champagnerflaschen ohne Einbuße an Kohlensäuredruck zur Entfernung vorzubereiten. Sie besteht darin, jede Flasche zu drehen und zu rütteln und sie allmählich in immer steilerem Winkel zu neigen, bis sie fast auf dem Kopf steht. Dieser Prozess wird mindestens sechs Wochen lang durchgeführt, bis sich der gesamte Bodensatz hinter dem Korken gesammelt hat. Daraufhin wird der Korken herausgenommen und das Depot entfernt.
rund : Beschreibt den Gesamteindruck eines Weines. Trifft zu auf reife harmonische Weine zu, die jedoch das gewisse Etwas, wie Finesse oder Nuancenreichtum, vermissen lassen.
rustikal : Ein Wein der grob und unausgewogen daherkommt und denoch seinen eigenen Charakter hat, nennt man rustikal. In Verbindung mit einer rustikalen Küche können diese Weine trotzdem Vergnügen bereiten.
s
Salmanassar : Die Drittgrößte Champagnerflasche hat einen Inhalt von zwölf Normalflaschen.
samtig : Ein Wein mit einer weichen, angenehmen Struktur kann man mit samtig beschreiben. Auf jeden Fall immer ein Kompliment. ==> geschmeidig
Säuregehalt : Mindestens ein halbes Dutzend Säuren sind im Wein unentbehrlich, um ihm Frische, Lebendigkeit, Aroma und Langlebigkeit zu verleihen. Gute Weine enthalten kräftige, durch ebenso kräftige Substanz ausgewogene Säure. Mindere Weine erscheinen sauer, weil es an diesem Gegengewicht fehlt. Der Säuregehalt wird durch folgende Begriffe abgestuft: flach, weich, geschmeidig, frisch, lebhaft, fest, hart, spitz, grün, säuerlich und sauer
Schaumwein : Sammelbezeichnung für Weine in denen Kohlendioxyd gelöst ist: Sekt, Champagner, Cava, Spumante.
schönen : Zu Eischnee geschlagenes Eiweiß wird in den Wein im Fass gegeben und mit einem Schneebesen vermischt, um den Wein zu klären.
Schwebeteile : Kleine im Wein verteilte Trübteilchen.
Schwefeln/Ausschwefeln : In das Fass wird ein glimmender Schwefeldocht getaucht, der Schwefelgas verbreitet und somit die im Fass zurückgebliebenen Mikroorganismen abtötet.
schwer : Weine die wenig differenziert aber körper- und alkoholreich sind, bezeichnet man als schwer.
Sediment : In einer Flasche im Laufe der Reifezeit gebildetes Depot; fast immer ein gutes Zeichen.
Sélelection Des Grains Nobles : Hochkarätige Elsässer Beeren- oder Trockenbeerenauslese aus Riesling, Muscat, Gewürztraminer und Pinot Gris assembliert.
Sommelier : Weinkellner
spritzig : Weine die sichtbar Kohlensäure enthalten und oftmals lebendig/frisch daherkommen, dürfen spritzig gennant werden. Wobei lebendig oder frisch das höhere Prädikat ist.
Spund : Glaskorken, der ein Fass schließt.
Stück : Fass am Rhein mit einem Inhalt von 1200 Litern.
süffig : Beschreibt einen einfachen aber gut mundenden Wein.
Sur Lie : Auf der Hefe gelagert. Eine Methode, um vor allem im Holzfass ausgebauten Weißweinen mehr Extrakt und Komplexität zu geben.
Süßreserve : Unvergorener, daher natursüßer Traubensaft; wird in Deutschland trockenem Wein zugesetzt, um ihn geschmacklich zu verbessern.
t
Tafelwein : In der EU-Terminologie bezeichnet das Wort einen Wein der untersten Rangstufe. Die Bezeichnung deutscher Tafelwein besagt, dass der betreffende Wein aus in Deutschland gewachsenem Lesegut hergestellt wurde. Einfacher Tafelwein darf mit Weinen aus anderen Ländern verschnitten sein.
Tannin : Gerbsäure aus den Kernen, der Schale und den Stielen der Traube. Das Tannin trägt entscheidend zur Alterungsfähigkeit des Weines besonders des Rotweines bei.
Tastevin : Im Burgund für Weinproben benutztes flaches Gefäß. Die Form - mit Vertiefung und erhabenen Stellen in der Mitte - erleichtert im dunklen Keller die Begutachtung der Farbe eines Weins.
Terroir : Ein Ausdruck für Boden und Lage als ökologisches Ganzes. Einem Wein, der gewisse Geschmacksnuancen aus dem Boden, auf dem er gewachsen ist, angenommen hat, wird ein »goût de terroir« nachgesagt. Neben Cru ein Schlüsselbegriff der französischen Weinphilosophie.
tot : Ein Wein der über seinen Zenit hinaus ist und sein Bukett bereits verloren hat, nennt man tot.
Tonneau : Französisches Wort für Fass, jedoch im Bordelais ein Flüssigkeitsmaß für 1000 Liter beziehungsweise 100 Kisten Wein.
Trester : Fester Rückstand des Lesegutes nach der Gärung, der nach dem Abziehen des Weines aus dem Bottich geholt wird.
Tresterhut : Schalen, Stiele und andere feste Traubenbestandteile, die bei der Maischegärung auf dem Saft schwimmen.
Tronçais : Eine Fläche von 10 000 ha Eichen im französischen Departement Allier. Diese Eichen gelten als die feinsten für den Fassbau. ==> Eichenholz
Trocken : Ein Wein dessen Traubenzucker vollständig vergoren ist.
Trockenbeerenauslese : Stufe des deutsschen QmP-Weins. Sie entsteht durch Auslese einzelner edelfauler Beeren, die einen außergewöhnlich vollen, üppigen Wein ergeben.
u
umgeschlagen : Ein Wein der infolge bakterieller Erkrankung oder durch Ausscheidung chemischer Stoffe nicht mehr trinkbar ist.
Umpfropfen : Bezeichnung für das Aufsetzen einer neuen Rebsorte auf den abgesägten Stamm des alten Rebstocks.
umpumpen : Während der Gärung pumpt der Winzer den Wein um, so dass der Wein vom Bottichboden nach oben gelangt.
unreif : Ein Wein der noch zu jung ist.
Unterlagsrebe : Rebe, auf die eine edlere Rebsorte gepfropft ist.
v
VDP : Verband Deutscher Prädikats- und Qualitätsweingüter. Freiwilliger Zusammenschluss von 184 deutschen Spitzen-Weingütern, die an sich selbst und ihre Weine höhere Qualitätsanforderungen stellen als das Weingesetz und die regionalen Weinbauverbände.
Vebdance Tardive : Vor allem im Elsaß gebräuchliche Bezeichnung für edelsüße Weine, die mit einer Auslese aus Deutschland vergleichbar sind.
verschlossen : Bezieht sich auf das Aroma bzw. das noch nicht vorhandene Bukett eines meist jungen Weines, der noch nicht entwickelt ist, da ihm noch einige Zeit zum Reifen fehlt. ==> Kindermord
vigna vigneto : italienisch für Weinberg
vin de table : französisch für Tafelwein
vino da tavola : Italienisch für Tafelwein, eine Bezeichnung für einfache Tischweine. Inzwischen gilt die Bezeichnung auch für sehr hochwertige Weine, die nicht zum DOC-System gehören.
Vinifikation : Das Keltern der Trauben und das Vergären des Mostes als Vorgang der Weinbereitung. Die Kunst der Weinbereitung.
vital : Weine mit jugendlicher Frische und lebhafter Säure nennt man vital.
volatil : Essigartiger, saurer Geschmack; ist auf einen ungewöhnlich hohen Gehalt an flüchtiger Säure zurückzuführen.
VQPRD : frz.: Vin de qualité produit dans des regions determinees. Entspricht dem deutschen Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete (QbA).
w
weich : Ein milder, säurearmer Wein lässt sich mit weich beschreiben.
Weinrebe : Alle Weinreben gehören zu der Gattung Vitis. Es gibt 35 verschiedene Arten, die in den gemäßigten Klimazonen beheimatet sind. Die wichtigste Art ist die Vitis vinifera, von ihr gibt es rund 8000 verschiedene Sorten. Sie werden heute nahezu überall durch das Pflanzen sogenannter Pfropfreben, auch Veredelung genannt, weiterverbreitet.
Die verschiedenen Rebsorten haben unterschiedliche Eigenschaften und dienen dementsprechend verschiedenen Verwendungszwecken. Einige liefern gute Tafeltrauben zum Essen und sind für die Weinbereitung wenig geeignet. Andere eigenen sich besonders für die Eintrocknung zu Rosinen. Wiederum andere sind sehr ergiebig und liefern Massen einfacher Schoppenweine, während weniger ergiebige die Ausgangsbasis für die Bereitung höherrangiger Weine darstellen. Es gibt Reben, die in fast jedem Klima gedeihen und andere, die ein ganz besonderes Klima oder auch bestimmte Bodenverhältnisse verlangen. Nur insgesamt etwa 20, jedenfalls nicht mehr als 40 verschiedene Sorten sind in der Lage, herausragende Weine hervorzubringen.
Weinsäure : Eine von Natur aus in Trauben enthaltene Säure, Hauptbestand der Säuren im Wein.
Weißherbst : Eine vor allem in Baden von dunklen Trauben gekelterter weißer Wein.
wuchtig : Ein schwerer, gehaltvoller Wein, nicht elegant, aber körperreich.
würzig : Der Syrah und Pinot Noir Rebsorte sagt man einen würzigen Charakter nach. Oft mit pikantem Bukett und unverwechselbarem Geschmack.
x
y
z
zart : feiner, delikater Wein
Zeder : Neues Barriqueholz für hochklassige Bordeauxweine gibt eine Zedernholznote, die während des Zenits die 1001 Nuance sein kann. ==> Bukett
Zweitwein : Dieser Begriff gilt für Bordeauxweine. Er steht für Weine der Bordeaux Spitzen-Châteaux die zu wesentlich günstigeren Preisen als die Grand Vins (Hauptweine) verkauft werden. Da die Auflagen für den Grand Vin sehr streng sind, enstehen in Jahren mit guten Erträgen oft hervorragende Zweitweine.